Sag es mit Ortsnamen (II): „eine Muschi mit besonders flauschigem Schamhaar ♥“

•26. November 2012 • Kommentar verfassen

51° 29′ n.Br., 7° 8′ ö.L.

Sag es mit Ortsnamen: „Mein Arsch tut weh!“

•13. April 2012 • Kommentar verfassen

50° 22′ 40″ n.Br., 9° 16′ 10″ ö.L.

(Edit stellt fest: der Link geht nicht mehr. Nehmen Sie http://bit.ly/YiPLaR. )

Im Kreis

•8. September 2011 • Kommentar verfassen

Diese Angst, irgendwann sämtliche möglichen Variationen von „ich will zurück in mein Bett“ schon mal getwittert zu haben.

Und dann?

Es erstaunt mich jeden Tag aufs Neue, welches Leid ich auf mich zu nehmen bereit bin, wenn ich mich damit nur davor drücken kann, die anstehenden Probleme einfach mal zu lösen.

Schlaflos

•27. Juni 2011 • Kommentar verfassen

Kleine Botschaft an mich selbst, wann immer ich mich angesprochen fühle:

Nicht schlafen können ist schlimm. Einschlafprobleme können die unterschiedlichsten Ursachen haben, bei mir kommt sicher auch das (wie das meiste) vom Kopp … und entzieht sich damit erfolgreich medizinischer Abhilfe.

Ein besonders sinnloser Grund fürs Nichtschlafenkönnen ist die Angst vor dem Nichtschlafenkönnen. Obwohl ich eigentlich den Ehrgeiz habe, selbsterfüllende Prophezeiungen als solche zu erkennen und ihnen damit den bösen Zauber zu nehmen — auf diese hier falle ich immer wieder rein. Sie ist übrigens nicht nur ein besonders sinnloser, sondern auch ein sehr effektiver Grund fürs Nichtschlafenkönnen. Man denkt an den nächsten Tag, der in viel zu wenigen Stunden beginnt, und öffnet damit der Panik das Scheunentor.

Was ich eigentlich sagen will: ich bin heute nacht wachgelegen bis es hell war, bin vielleicht gegen fünf Uhr eingeschlafen, sitze nun am Büroschreibtisch –obendrein ist heute auch noch Montag– und natürlich fühle ich mich schrecklich. Aber erstens tu ich das auch sonst sehr oft, dafür brauche ich nicht mal nicht schlafen können, und zweitens geht es ja doch irgendwie trotzdem. Der Körper kennt das alles schon, und deswegen ist es alles halb so tragisch wie heute nacht noch befürchtet.

Ich hoffe, ich denke an diese meine eigenen Worte, wenn’s mal wieder soweit ist. Der Tag ist eklig, aber ich werde ihn vermutlich überleben.

Inkompatibel

•23. Juni 2011 • Kommentar verfassen

Ein trauriger Artikel über eine nicht mehr existierende Freundschaft hat mich zu folgendem Gegrübel veranlasst. Es geht im Grunde darum, dass zwei Menschen mit inkompatiblen Macken noch schlechter für eine Beziehung oder enge Freundschaft geeignet sind als zwei Menschen mit inkompatiblen Sternzeichen:

Wie sehr auch immer uns solche Erlebnisse verletzen, wir sollten uns nicht davon abhalten lassen, auch bei künftigen Freundschaften Wir selbst zu sein. Was anderes als uns selbst könnten wir wahrscheinlich auch niemals glaubhaft simulieren.

Bei manchen Menschen ist das anders, ihre Leben sind anders, wir müssen und werden das nicht verstehen. Vielleicht haben sie von klein auf gelernt, dass sie nicht sie selbst sein dürfen oder dass es ihnen Nachteile bringt. Vielleicht haben sie nie gelernt zu vertrauen und Ehrlichkeit zu wagen, vielleicht weil sie damit über lange Zeit üble Erfahrung gemacht haben oder weil sie immer zuviel Angst dafür hatten oder aus ganz anderen Gründen, wir wissen es nicht und werden es nie erfahren. Vielleicht haben sie das Sichverstellen im Laufe ihres Lebens so gut perfektioniert, dass sie inzwischen nicht mal mehr selbst wissen, wer sich in Wirklichkeit sind. Vielleicht ist das Vorgespielte und Erfundene für sie inzwischen wahrer als die Wirklichkeit. Vielleicht verstellen sie sich ja gar nicht mehr, weil das, was sie sagen und tun, für sie bereits die Wahrheit geworden ist.

Wir wissen es nicht und es ist auch völlig egal. Wir können sie nicht ändern, sie werden noch lange so weitermachen, bis irgendwann entweder ein unwerwartetes Nachdenken einsetzt oder ein ganz schlimmer Absturz kommt (oder beides). Keins von beiden können oder wollen Menschen wie wir auslösen. Jeder hat das Recht, sich das Leben auf seine eigene Weise zur Hölle zu machen, und niemand außer ihm selbst ist dafür verantwortlich.

Wir können nur akzeptieren, dass es Menschen gibt, deren Denken, Handeln und Fühlen zu unserem inkompatibel ist, wir können lernen, diese Menschen rechtzeitig als solche zu erkennen, und uns dann von ihnen fernzuhalten. Auf keinen Fall sollte man sich dadurch das Vertrauen in nahestehende Menschen nehmen lassen. Dadurch würde man nur genauso wie sie. Besser ist es, Gutmütigkeit und Ehrlichkeit zur Einstellungsvoraussetzung für Freundschaften zu machen, und Nähe bei solchen Menschen zuzulassen, deren Denken, Handeln und Fühlen mit unserem kompatibel ist.

Es ist so traurig um all die Hoffnungen, die gemeinsam erlebte Zeit, die Bedeutung dieses Menschen. Plötzlich erscheint einem alles so wertlos. War es wahrscheinlich nicht, aber wir können es nicht ändern. Wir können diesen Menschen und seine Macke nicht ändern. Alles was wir tun können, ist, uns Menschen zu suchen, deren Macken zu unseren passen.

Stadtleben

•23. Juni 2011 • Kommentar verfassen

Amerik Deutsche Wissenschaftler haben festgestellt, dass Menschen in Städten häufiger an psychischen Krankheiten leiden als das Landvolk.

Artikel: Stress and the City – science.ORF.at

Auch wenn einem schnell einige gute Gründe einfallen, warum das so sein könnte: stimmt das? Ketzerische Frage: gibt es am Land vielleicht weniger Psychotherapeuten (bzw.: ist es dort weniger üblich, dorthinzugehen) und deswegen weniger offizielle Diagnosen für Depression & Co?

Pest oder Cholera

•7. Juni 2010 • Kommentar verfassen

Die Wahl ist im Grunde, ob ich mich von meinen eigenen Wurzeln abtrenne, und jede Hoffnung aufgebe, in diesem Leben nochmal ein Fundament, eine Orientierung, eine Verbindung zu meiner eigenen Geschichte zu finden.
Oder ob ich den Menschen wieder Macht über mich gebe, die mir schon vor 25 Jahren täglich Gewalt antaten. Und denen seither kein einziges Mal der Gedanke kam, vielleicht etwas falsch gemacht zu haben.

Keine der beiden Alternativen ermöglicht ein psychisch gesundes Weiterleben.

6. April 1988

•6. April 2010 • Kommentar verfassen

Heute ist der Todestag meiner Oma. Die einzige meiner Großeltern, die bis zum letzten Tag mitten im Leben stand. Ich habe sie sehr geliebt.

Ich werde diesen Abend nie vergessen. Wir waren im Urlaub, waren zum Abendessen im Restaurant und kamen zurück ins Hotel. Ein Zettel hing an der Zimmertür: Onkel anrufen. Mit pochendem Herzen liefen wir zurück in die Stadt, eine Telefonzelle suchen. Ich stand voller Angst in der Zelle, neben meiner Mutter, die ihren Bruder in der Heimat anrief.

Wir waren in diesem Urlaub auf das Schlimmste vorbereitet, weil meine andere Oma sehr krank war. Sie lebte schwer dement im Pflegeheim. Es war absehbar, daß sie (die Mutter meines Vaters) nicht mehr lange leben würde, ihr Zustand wurde täglich schlechter. Deswegen waren wir ständig im Kontakt mit der Heimat. Sie war nach mehreren Schlaganfällen seit Jahren schwer krank, nicht mehr Herrin ihrer Sinne. Die Mutter meiner Mutter dagegen war vital und aktiv. Eine kluge, mutige Frau, aktiv in der Kirchengemeinde, immer unter Leuten. Sie hatte schon immer ein schwaches Herz, aber ansonsten nichts ernsthaftes. Am Abend ihres Todes hatte sie meine Kusine zum Abendessen eingeladen.

Bevor wir zum Abendessen ins Restaurant gingen, telefonierte meine Mutter noch recht lange mit ihr. Es ging ihr gut, sie war voller Pläne. Nun rief meine Mutter noch einmal dieselbe Nummer an, ans Telefon gingen nun aber ihre Brüder. Mein Vater und mein Bruder warteten draußen vor der Telefonzelle. Nach einigen Sätzen sagte meine Mutter halblaut: „Meine Mutter ist tot.“

Es schmiss mich richtig um. Es war doch die andere Oma, die im Sterben lag. Seit 10 Jahren pflegten wir schwerkranke Großeltern. Auch sie hatte lange ihren kranken Mann zuhause gepflegt, der sie irgendwann nicht einmal mehr erkannte. Sie war doch die einzige „Gesunde“. Und nun war sie tot. Die einzige meiner Großeltern, mit der ich als Jugendlicher noch ganze Sätze sprechen konnte. Wir brauchten sie doch. Sie war der Mittelpunkt einer großen Familie. 4 Kinder, 8 Enkel. Meine Mutter, sie war damals 48, hatte in ihr ein richtiges Elternhaus. Seit ich Kind war, lebte ich mit dahinsiechenden Großeltern. Erst der Opa mütterlicherseits, dann viele Jahre lang die Oma väterlicherseits. Den Geruch von Pflegeheimen habe ich schon als Kind gehaßt. Genau wie alte Menschen, die weinen oder reden und handeln wie Kleinkinder. Nur diese Oma war uns geblieben, nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Ein alter Mensch, der uns bereicherte, nicht belastete. Sie freute sich auf ihren 75. Geburtstag, hatte eine große Feier vorbereitet. Und ich freute mich darauf, sie noch lange zu haben.

Sie starb am 6. April 1988, beim Abendessen, mitten im Gespräch mit meiner Kusine. Sie hat bis zur letzten Sekunde intensiv gelebt.

Ich war 16. Ich hätte noch viel von ihr lernen können. Oder: müssen. Es ist jetzt 22 Jahre her. Doch das Datum 6.4. gruselt mich bis heute.

Valentinsscheiße

•14. Februar 2010 • 1 Kommentar

Ich tue heute ausnahmsweise mal das, was alle tun: den Valentinstag scheiße finden.

Trotzdem bin ich keineswegs mit jedem einig, der dasselbe sagt. Es kommt darauf an, was einen dazu treibt, diesen Tag scheiße zu finden.

Noch schlimmer als der Valentinstag ist es nämlich, ebendiesen aus Neid auf diejenigen Mitmenschen zu hassen, die, anders als man selbst, in einer Beziehung leben. Wer das tut, ist echt arm dran, mit oder ohne sinnlose Feiertage.

Es gibt keinen Grund, Pärchen für ihr Pärchensein zu hassen. Im Gegenteil, man soll froh sein, daß es Leute gibt, die es besser machen als man selbst. Wenn es sie nicht gäbe, gäbe es ja gar keine Hoffnung, daß es auch für einen selbst mal wieder anders kommen könnte. Es ist gut, daß es verliebte Pärchen gibt, und auch, daß sie ihr Glück öffentlich zeigen. Was gibt es denn schöneres als die Liebe? Gibt es einen Grund, sie zu verstecken? Um Gottes Willen. Nein.

Wer Single ist und in seiner Umgebung Pärchen hat, die eine dauerhafte, stabile, liebe- und respektvolle Beziehung führen, soll verdammtnochmal nicht rummeckern, sondern ganz genau hinschauen und von ihnen was lernen. Echt jetzt.

Auch die Idee, einen Feiertag der Liebe zu haben, ist äußerst charmant. Wir haben Feiertage für jeden Unsinn. Wir haben arbeitsfreie(!) christliche Feiertage, deren Sinn (geschweige denn: deren theologische Relevanz) nicht mal ich als Christ erklären kann. Wie soll es da erst meinen nichtreligiösen Mitbürgern gehen. Christi Himmelfahrt z.B. wird überhaupt nur in einem von vier Evangelien beschrieben, und welche Bedeutung dieses „Ereignis“ für meinen Glauben oder für mein Verhältnis zu Gott haben soll, kann ich leider trotz langen Nachdenkens auch nicht sagen. Umso berechtigter ist ein allgemeiner Feiertag für das intensivste Glück, das der Mensch auf Erden erleben kann: die Liebe.

Der Valentinstag ist (na, wer hat’s gewußt?) selbst ein christlicher Feiertag, nämlich der Gedenktag des Valentin von Terni, der im 3. Jahrhundert Bischof der damals noch illegalen christlichen Gemeinde ebenjenes Terni war, einer Stadt in Umbrien in Mittelitalien. Im Römischen Reich durften bestimmte Bevölkerungsgruppen, etwa Soldaten, nicht heiraten. Valentin verheiratete (so sagt es die Legende) verliebte Paare, die offiziell nicht heiraten durften, nach christlichem Ritus, und schenkte frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten. Im Jahr 269 wurde er von der heidnischen römischen Staatsmacht seines christlichen Glaubens wegen hingerichtet, und zwar, jawohl, am 14. Februar. Die meisten Gedenktage von Heiligen liegen an deren Todestag, insbesondere bei Märtyrern wie Valentin. Ohne eure Romantik stören zu wollen: der Mann, den ihr heute dauernd erwähnt, wurde heute vor 1741 Jahren mit dem Schwert enthauptet. Keine besonders liebevolle Veranstaltung, soviel ist sicher.

Im heidnischen Rom feierte man am selben Tag übrigens ein Fest zu Ehren von Juno, der Göttin von Ehe und Familie, der zu diesem Anlass Blumenopfer gebracht wurden. Der 14. Februar scheint also religionsübergreifend sowohl für die Liebe als auch für die Blumenindustrie von großer Bedeutung zu sein, und das schon ziemlich lange.

Ich finde es äußerst wichtig, daß Paare gelegentlich mal einen Schritt aus ihrem Alltagsleben heraustreten und von etwas Distanz auf ihre Beziehung schauen. Daß sie sich ihrer Beziehung bewußt werden. Und ganz bewußt wahrnehmen, welches Geschenk es ist, geliebt zu werden, lieben zu dürfen, in jemandes Leben die Hauptperson sein zu dürfen. Trotz aller Schwierigkeiten und Konflikte, die das nunmal mit sich bringt. Lasst euch das mal gesagt sein, von mir als Single. Ihr habt was, was andere nicht haben, und zwar etwas verdammt wertvolles.

So gesehen ist gegen einen Feiertag der Liebe überhaupt nichts einzuwenden, nicht mal aus der Perspektive derjenigen, die heute nichts zum Feiern haben.

Was dagegen echte Aggressionen hervorruft, ist die Art und Weise, wie mit dem armen Valentin, über sein unschönes Ende hinaus, heute umgegangen wird. Der Feiertag, der ja schon seit der Spätantike auf regional unterschiedliche und oft durchaus charmante Weise begangen wurde, besteht in meinen Augen vor allem aus einem unerträglichen Kitsch-Tsunami, begleitet von einer Massenhysterie aus Kommerzialisierung und Geschenkezwang.

Übeltäter sind einerseits die Blumen- und Süßkramindustrie, die den Gedanken an einen Feiertag der Liebe zu einem widerlichen Komsumorgasmus pervertieren, andererseits Millionen von (meist weiblichen) Menschen, die zuviele schlechte Kitschfilme gesehen haben und denen die Zuckungen der Erwartungsbefriedigungsindustrie wichtiger sind als der eigentliche Gedanke dieses Tages. Sie tun eben nicht das oben beschriebene: einen Schritt zurücktreten, innehalten, und Dankbarkeit für ihr Liebesglück empfinden, sondern sie erwarten von ihren (meist männlichen) Gegenübern kein Glücksbewußtsein, ausgerechnet sie als Freundin zu haben, sondern ausschließlich die Erfüllung einer werbeinduzierten Erwartungshaltung, z.B. durch einen Strauß Blumen. Und wehe, wenn diese Erwartungshaltung nicht erfüllt wird, dann gibt’s Ärger.

Seit der Perversion des Feiertags der Liebe in einen Wettbewerb der gefälligst zu erfüllenden Erwartungen hat der Valentinstag wahrscheinlich mehr Paare auseinander- als zusammengebracht, und das ist einfach traurig.

Da für mich der Zwang, zu bestimmten Terminen etwas verschenken zu müssen, sowieso ein Alptraum ist und mir die schönsten Anlässe versaut, ich aus solchen Gründen schon Geburtstagsfeiern ferngeblieben bin, auf die ich mich eigentlich gefreut hatte, und mir unter anderem auch deswegen die Weihnachtszeit ein Horror ist, zerstört mir der Kommerz- und Geschenketerror auch jede schöne Assoziation zum heutigen Feiertag der Liebe, der unter dem Kitsch- und Kommerzgetöse vollkommen begraben wird.

Bischof Valentin aus Terni in Mittelitalien teilt damit das Schicksal seines noch berühmteren Bischofskollegen, der ungefähr zum Zeitpunkt von Valentins Tod geboren wurde, Bischof in Myra (heute Türkei, nahe Antalya) war, und dessen liebevolle Fürsorge nicht den Liebespaaren, sondern den Kindern galt: dem durch Kommerz- und Geschenketerror zum „Weihnachtsmann“ degenerierten Heiligen Nikolaus von Myra.


Siehe auch den wunderschönen Beitrag von @rawr_it zum selben Thema.

Monster zähmen

•13. Februar 2010 • 1 Kommentar

Ich war diese Woche abends zum Kinderhüten bei meiner Kusine. Sie hat drei Kinder (12, 9, 8 J.) und ich mag die drei wirklich supergern. Ich „begleite“ sie (wenn auch viel zu selten) schon ihr ganzes Leben. Es sind die Kinder, mit denen ich am meisten zu tun habe. Ich habe leider keine eigenen und genieße es deshalb, bei ihnen zu sein und sie zu erleben.

Früher hatte ich große Angst vor Kindern. Ich hatte Angst, von ihnen nicht ernst genommen zu werden, irgendwas falsch zu machen, und auch vor dem Gedanken an eigene Kinder. Vor der Verantwortung, den möglichen Fehlern… aber das hat sich weitgehend gelegt (und die drei haben daran durchaus Anteil). Eigene Kinder, neues Leben begründen, ist wohl das größte, was man in diesem Leben tun und erleben kann. Und niemand, egal wie unsicher er/sie sich fühlt, sollte darauf verzichten.

Diese Lücke kann man mit nichts anderem füllen; kein Beruf, kein Hobby, keine Partnerschaft kann das ersetzen. Man kann mit 30 ein wunderbar erfülltes Leben ohne Kinder haben, aber je älter man wird, desto schmerzhafter wird diese Lücke spürbar. Spätestens wenn einem irgendwann die eigene Vergänglichkeit unübersehbar vor Augen steht, wird man merken, daß da niemand ist, dem man etwas weitergeben, hinterlassen kann, wenn man selbst irgendwann nicht mehr ist. Ich glaube, es ist eine der wichtigsten Aufgaben, die man so hat, dafür zu sorgen, daß „es“ irgendwie weitergeht … ob man die Welt in besserem Zustand weiterreicht als man selbst sie vorfand, ist eine zweite, der ersten nachgeordneten Frage, von der man die erste nicht abhängig machen darf.

Deswegen versuche ich mich immer wieder mit kleinen Zwergen (die ja irgendwann, und hier bereits deutlich sichtbar, gar nicht mehr so klein sein werden) zu konfrontieren, mit dem „wie würde ich es machen?“, mit dem Gefühl von Verantwortung. Auch wenn so ein Abend Kinderhüten natürlich nur ein reichlich verantwortungsarmes Probefahren ist und spätestens in ein paar Stunden die Eltern wieder da sind. Aber ich finde, ich hab dadurch schon viel gelernt. Und das macht mich reicher.