Abgebogen

Die Abbiegefrage scheint endlich geklärt. Das heißt, geklärt war sie eigentlich schon seit Monaten; wir weigerten uns nur bisher, diese Erkenntnis auch in die Tat umzusetzen.

Die Frau, die man für die Mutter seiner Kinder hält, aufzugeben, ist eines der gräßlichsten Dinge, zu denen man im Leben gezwungen werden kann. Ihr jahrelang hinterherzulaufen, obwohl man weiß, daß sie nie die Mutter meiner Kinder -oder auch nur meine ganz normale Freundin- sein will, gehört zu den wenigen Dingen, die noch gräßlicher sind. Insofern ist es sinnvoll, so abzubiegen, wie wir nun abgebogen sind.

Womit ich trotzdem nicht klarkomme, ist, warum es überhaupt nötig ist. Sie liebt mich, sie hängt an mir, sie sehnt sich nach mir. Dasselbe gilt umgekehrt für mich. Warum um alles in der Welt kann man dann nicht einfach zusammen sein?

Diese Frage, die mir keine Ruhe läßt, hat mich monatelang an ihr festhalten lassen. Ich verliere die Frau, die ich liebe, und weiß noch nicht einmal warum. Und, noch besser: sie weiß es noch nichtmal selbst.

Und trotzdem, trotz allen Rumdiskutierens, kommen wir immer wieder zum immer wieder selben Punkt zurück:

Sie liebt mich, aber sie will mich nicht.

Auch wenn ich anscheinend zu blöd bin, um zu verstehen, wie diese beiden Dinge gleichzeitig der Fall sein können (objektiv benennbare Gründe erscheinen mir hier als einzige Möglichkeit, sind aber nicht vorhanden), es ist so, daß ich nicht nur verkraften muß, meine Frau zu verlieren, sondern das außerdem auch noch, ohne den Grund zu verstehen. Natürlich ist ersteres das größere, wichtigere und schlimmere.

Egal. Beide Dinge gehören zu denen, die ich nicht ändern kann. Sie will nicht mit mir leben, Pech gehabt, dann eben nicht.

Das Leben ist ohne sie halt nur irgendwie …… leer.

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~ von mainwasser - 17. Oktober 2009.

Eine Antwort to “Abgebogen”

  1. Ist es nicht paradox, dass dir ein Leben leer scheint, weil eine Person fehlt, die dich anscheinend nicht so liebt, wie du sie liebst?

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